Erfahrungsbericht

von: Sebastian Bleuel

 
Dies ist ein Erfahrungsbericht für diejenigen von euch, die sich für ein Stipendium bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft interessieren und nähere Informationen über den Bewerbungsverlauf wünschen. Der Bericht soll in erster Linie Unsicherheiten beseitigen und einen Eindruck darüber vermitteln, wie der Weg durch das Bewerbungsprozedere aussehen kann, allerdings können sich kleinere Änderungen ergeben.
 
Mein Name ist Sebastian Bleuel und ich bin seit dem Wintersemester 2009/2010 Stipendiat bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft (SDW) und der Stipendiatengruppe Würzburg zugehörig. Nach Beendigung des Abiturs und vor Aufnahme des Studiums habe ich mich für die Möglichkeiten der Förderung durch Begabtenförderwerke interessiert und begonnen im Internet nach Informationen zu suchen. Auf der Website www.stipendiumplus.de wird ersichtlich, dass es eine Vielzahl großer Begabtenförderwerke gibt und man dort schon erste Informationen zu jeder Stiftung erhalten kann. Nachdem mein Interesse für die SDW geweckt worden ist, half dann die Website www.sdw.org enorm weiter, da man hier alle weiteren Informationen über das Leitbild und die Anforderungen der SDW erhält. Außerdem werden auf der Webseite die einzureichenden Bewerbungsunterlagen veröffentlicht. Die Bewerbungsunterlagen sind anschließend an den Vertrauensdozenten zu senden, in dessen Region man studieren möchte oder studiert. Nachdem ich die Bewerbungsunterlagen an Prof. Dr. Dörpinghaus nach Würzburg gesendet habe, hieß es erst einmal auf eine Antwort warten. Nach mehr als einem Monat Wartezeit kam dann die Mitteilung, dass ich zu einem persönlichen Gespräch mit dem Vertrauensdozenten nach Würzburg eingeladen werde. Nach dieser Mitteilung überlegte ich, wie ich mich am besten darauf vorbereiten kann und was wohl der Inhalt des Gesprächs sein würde. Im Endeffekt kam ich zu dem Endschluss mich mehr oder weniger überraschen zu lassen, was den Inhalt des Gesprächs betraf und machte mir dann kurz vor dem Termin eher Gedanken über meine Kleidung, ob eher legere oder elegante Kleidung angemessen ist. An dieser Stelle gebe ich allen potentiellen Bewerbern den Tipp sich so zu kleiden, wie ihr euch am wohlsten fühlt. Natürlich sollte die Kleidung nicht zerschlissen oder schmutzig sein, was sich aber von selbst versteht. Als ich dann am Tag des Vorstellungstermins in Würzburg eintraf, wurde ich sehr freundlich von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin von Prof. Dr. Dörpinghaus in Empfang genommen und wartete bis ich zum Gespräch geholt wurde. Für jedes Gespräch sind ca. 30 Minuten eingeplant und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Zeit sehr schnell vergeht. Bei jedem Gespräch sind neben dem Vertrauensdozenten auch noch Stipendiaten der Gruppe Würzburg dabei, die ebenfalls aktiv mitwirken. Ohne ins Detail gehen zu wollen, lässt sich herausstellen, dass man vor diesem Gespräch nicht in Ehrfurcht erstarren muss, sondern sich so natürlich wie möglich verhalten sollte. Mit dem eigenen Lebenslauf und Zielen vor Augen ist das eine tolle Erfahrung, bei der auch eine anfängliche Nervosität gerne verziehen wird. Wenn diese Hürde erst einmal genommen wurde, dann wartet man auf den nächsten und letzten Schritt, nämlich die Einladung zum zweitägigen Assessment Center (AC) in Liebenberg (nördlich von Berlin). Die Auswahlverfahren finden zweimal im Jahr statt und sind unter der o.g. Website www.sdw.org einzusehen. Ich bin im November nach Liebenberg eingeladen worden und habe mich im Vorfeld wieder mit der Vorbereitung dafür befasst. Es ist von vornherein ersichtlich, dass man als Bewerber vier Aufgaben zu erfüllen hat. Man schreibt einen Aufsatz, nimmt an einer Gruppendiskussion teil, stellt sich einem Einzelgespräch und erarbeitet eine Kurzpräsentation. Als Vorbereitung für das AC empfehle ich, dass man die gegebenen Informationen nutzt und eventuell individuelle Schwächen aufarbeitet, z.B. hat man schon lange keine Präsentation mehr erarbeitet, sollte man sich im Vorfeld darüber informieren, worauf man bei der Ausarbeitung achten kann. Als ich dann am vorgesehenen Termin auf dem Schloss und Gut Liebenberg angekommen bin, war ich zunächst einmal überwältig von den äußeren Gegebenheiten, die einen dort erwarten. Es ist dort alles sehr ansprechend und  wunderbar komfortabel, so dass ich im ersten Moment ein wenig eingeschüchtert von dem gebotenen Rahmen gewesen bin. Im Nachhinein sehe ich es eher als eine Respekterweisung von Seiten der SDW an die Bewerber und auch ehrenamtlich tätigen Jury. An diesen zwei Tagen habe ich sehr interessante Leute kennen gelernt, die leider nicht alle Stipendiaten der SDW geworden sind. Es hat ein reger Informationsaustausch geherrscht und allein schon deswegen hat sich der doch recht weite Weg nach Liebenberg schon gelohnt. Am Ende der vier Aufgaben steht dann noch ein Feedback Gespräch mit den Beobachtern, welches konstruktive Kritik beinhaltet und so manchen Erkenntnisgewinn bedeuten kann. Als ich mich auf dem Heimweg des AC befunden habe und zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar ist, ob man es geschafft hat, war für mich schon da klar gewesen, egal wie es ausgeht, es hat sich auf jeden Fall gelohnt sich zu bewerben. Zwei Wochen später hatte ich dann Gewissheit und bin seitdem froh bei der SDW dabei zu sein. Zum Schluss möchte ich jeden von euch ermutigen sich zu bewerben, auch wenn die Chancen nicht allzu groß zu seien scheinen, denn ein Erfahrungsgewinn ist es auf jeden Fall.